am Freitag, 20. März, um 19.30h
mit Peter Pruchniewitz als Krampas
Eintritt frei, Spenden für den Künstler erwünscht!
Anmeldung unter: info@artoxin.de
Ein Mann sitzt in seinem Zimmer, auf der Suche nach Schlaf läuft er durch seine Gedanken, ordnet die Ereignisse des Tages. Satz um Satz entspannt sich eine eigene Welt, die bedrohlich und faszinierend zugleich wirkt. Wer ist dieser Mann, der rauchend und sprechend um Fassung ringt? Warum träumt er von flüchtigen Begegnungen, welche Schuld meint er auf sich geladen zu haben?
In rhythmischer Sprache erzählt Kopetzkys Text von einem Schlaflosen, der in einem ewig kreisenden Zustand gefangen scheint. Wie Sisyphos den Stein wälzt er die Ereignisse des vergangenen Tages vor sich her. Das nächtliche Ausgeliefertsein wird durch die einprägsame Musikalität des Monologs verstärkt. Wiederkehrende Motive erinnern an eine Partitur der Aussichtslosigkeit. Einzig das Sprechen und die Hoffnung auf den baldigen Tagesanbruch helfen dem Wachenden über die Situation hinweg.
Oder verliert er sich in den Wortkaskaden zunehmend selbst? Und woher kommt all der Staub?
Seit der Premiere 1999 verkörpert Peter Pruchniewitz diesen rastlosen Charakter in unterschiedlichen Spielstätten. In unmittelbarer Nähe zum Publikum lässt er auf eindrücklich Weise eine Nacht aufleben, in der ein Mensch schonungslos seinen Gedanken folgt. Was tritt zu Tage, wenn die Stille den Worten Platz macht?
Über Fünfundzwanzig Jahre nach seiner Uraufführung hat dieser Abend nichts an Aktualität verloren, im Gegenteil! Angesichts der ruhelosen Gegenwart ist er dringlicher denn je.
Text: Marie-Alice Schultz, Schriftstellerin
In der Rolle des Krampas: Peter Pruchniewitz
Regie: Tilman Knabe
Ausstattung: Alfred Peter
Dauer: 1Stunde 10 Minuten
Verlag Hartmann & Stauffacher GmbH